The Adventure of the Speckled Band

von Sir Arthur Conan Doyle

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Kapitel 1: Die verzweifelte Klientin

Auf meinem Notizen über die siebzig Fälle, in denen ich die Methoden meines Freundes Sherlock Holmes studierte, finde ich viele tragische, einige komische und eine große Zahl bloß merkwürdiger Fälle, aber keinen gewöhnlichen. Denn er arbeitete mehr aus Liebe zu seiner Kunst als um Reichtum zu erlangen und weigerte sich, sich mit einer Untersuchung abzugeben, die nicht ungewöhnlich oder sogar fantastisch war.

Ich wachte an einem Morgen im April des Jahres 1883 auf, weil Sherlock Holmes vollständig angezogen an meinem Bett stand. Er bat mich, Dr. Watson, zu einer jungen Dame zu kommen, die in großer Aufregung sei.

Die Dame, Miss Helen Stoner, trat herein. Sie war in Schwarz gekleidet, stark verschleiert und in einem Zustand tiefer Angst. Ihr Gesicht war grau, ihre Augen unruhig. Sie sagte, sie würde vor Angst schlottern. Sie bat Holmes um Hilfe, da sie nicht mehr wisse, an wen sie sich wenden solle.

Sie erzählte, dass sie mit ihrem Stiefvater, Dr. Grimesby Roylott, auf dem alten Familiensitz Stoke Moran in Surrey lebe. Die Familie sei einst reich gewesen, aber durch vier verschwenderische Erben ruiniert worden. Ihr Stiefvater habe in Indien eine große ärztliche Praxis aufgebaut, aber einen einheimischen Diener getötet und einen langen Gefängnisaufenthalt hinter sich habe. Er sei ein gewalttätiger Mann mit riesiger Stärke.

Sie und ihre Zwillingsschwester Julia seien zwei Jahre alt gewesen, als ihre Mutter Dr. Roylott heiratete. Ihre Mutter hatte ein beträchtliches Vermögen hinterlassen, das an Dr. Roylott ging, solange die Töchter bei ihm lebten, mit der Auflage, ihnen jährlich eine Summe zu zahlen, wenn sie heirateten.

Nach dem Tod ihrer Mutter (in einem Eisenbahnunglück) nahm Dr. Roylott die Mädchen mit nach England. Das Leben mit ihm war schrecklich. Kein Dienstbote blieb. Ihre Haare begannen früh zu ergrauen.

Julia hatte kurz vor ihrem Tod einen Major namens Armitage geheiratet. Sie starb unter mysteriösen Umständen, nur zwei Wochen vor der Hochzeit.

Miss Stoner bat Holmes darum, ihre Schwester nicht allein gelassen zu haben, und bat ihn, ihr zu helfen, da sie fürchte, dasselbe Schicksal zu erleiden. Sie hatte kürzlich das Zimmer gewechselt und befinde sich nun in demselben Raum, in dem Julia starb. Und sie hörte nachts dasselbe leise Pfeifen.

Dieses Pfeifen ist ein entscheidender Hinweis. Es deutet auf eine geheime Verbindung zwischen den Zimmern hin, die der Täter nutzt.

Als Holmes die Hand hob, sah er fünf kleine, bläuliche Flecken – die Abdrücke von vier Fingern und einem Daumen – auf ihrem Handgelenk. Sie wurde von ihrem Stiefvater misshandelt.

Kapitel 2: Der gefährliche Dr. Roylott

Holmes und Watson beschlossen, nach Stoke Moran zu fahren, um sich die Räume anzusehen, solange Dr. Roylott nicht da war. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und der riesige Dr. Grimesby Roylott stürmte herein.

Er war ein beeindruckender, grausamer Mann. Sein Anzug war eine Mischung aus professionell und ländlich. Er beschuldigte Holmes, sich einzumischen, und drohte ihm. Er griff den Eisenkamin und bog ihn wie ein Stück Draht. Dann stampfte er wütend hinaus.

Holmes war amüsiert, aber er sagte, dass dieser Vorfall die Ermittlung interessanter mache. Er bat Watson, eine Revolver mitzunehmen.

Kapitel 3: Untersuchung am Tatort

Am Nachmittag kamen Holmes, Watson und Miss Stoner am Anwesen Stoke Moran an. Das alte Herrenhaus wirkte verfallen. Holmes untersuchte die Außenwände und die Fenster der drei Zimmer: Dr. Roylott, Julia (jetzt Helen) und Helen (früher Julias Zimmer).

Er bemerkte, dass das Zimmer, in dem Helen früher schlief, Renovierungsarbeiten angeblich benötigte, wodurch sie gezwungen wurde, in das Zimmer ihrer Schwester zu ziehen. Das fand er merkwürdig.

Er zwang die Fensterläden zu testen und stellte fest, dass sie absolut sicher waren. Niemand konnte von außen eindringen.

Im Zimmer von Julia (jetzt Helen) entdeckte Holmes viele wichtige Details: einen Dummy-Klingelzug, der an einen Haken neben einer Lüftung führte, die direkt in das Zimmer von Dr. Roylott ging. Außerdem war das Bett fest am Boden verankert.

Der Klingelzug war nicht mit einem Draht verbunden und funktionierte nicht. Er diente als Brücke für etwas anderes.
Diese Lüftung war neu und ungewöhnlich, da sie direkt in das andere Zimmer führte. Sie war der Schlüssel zur Lösung.

In Dr. Roylotts Zimmer fand Holmes eine Eisenkassette, eine Sahneschale (obwohl er keine Katze hatte), eine geknotete Peitsche und einen Stuhl mit Abnutzungserscheinungen am Sitz.

Holmes kam zu dem Schluss, dass die Gefahr nicht von außen kam, sondern von innen, durch die Lüftung. Er vermutete eine Schlange.

Er bat Miss Stoner, in der Nacht eine Lampe als Signal am Fenster zu platzieren, und sagte, dass er und Watson die Nacht in ihrem Zimmer verbringen würden, um den Ursprung des nächtlichen Geräusches zu finden.

Kapitel 4: Die schreckliche Nacht

Holmes und Watson versteckten sich in der Nacht im Zimmer von Miss Stoner. Sie warteten im Dunkeln. Um drei Uhr morgens hörten sie ein leises Zischen – das Geräusch einer Schlange. Holmes zündete ein Streichholz und schlug mit seinem Stock auf den Dummy-Klingelzug ein.

Ein grässlicher Schrei ertönte – der Schrei des Mädchens im Nachbarzimmer. Sie eilten in Dr. Roylotts Zimmer.

Dr. Roylott saß in einem Stuhl, nackt bis zur Taille. Auf seinem Kopf befand sich ein gelb-brauner Streifen mit Flecken – eine giftige Schlange, eine Sumpfnatter aus Indien. Sie hatte ihn gebissen. Er war tot.

Holmes warf die Schlange in die Eisenkassette und schloss sie. Die Schlange hatte ihren eigenen Meister getötet, als sie von Holmes' Angriff aufgeschreckt wurde.

Der Plan des Doktors war es gewesen, mithilfe der Schlange seine Stieftöchter zu töten, um deren Erbteil zu verhindern. Die Schlange kehrte nachts durch die Lüftung und den Dummy-Klingelzug zurück, wenn er sie rief. Doch diesmal hatte sie ihn selbst getötet.